Reise des Vergessens

Das wird in Erinnerung bleiben

Vom 21. bis zum 26. September 2020 war der Kreis Herzogtum Lauenburg Schauplatz einer ungewöhnlichen Veranstaltungsreihe.

Woche der Demenz – Reise des Vergessens

Es beginnt meist schleichend, was eine Früherkennung und die entsprechende Behandlung so schwierig macht: Die Krankheit Demenz nimmt weltweit von Jahr zu Jahr zu. „Für die Betroffenen und ihre Angehörigen ändert sich das Leben dramatisch, wenn sie sich plötzlich mit dem Thema Demenz auseinandersetzen müssen. Hier sind Hilfe und Unterstützung gefragt“, sagt Kreispräsident Meinhard Füllner, der die Schirmherrschaft für die Woche der Demenz übernommen hat: Vom 21. bis zum 26. September macht die „Reise des Vergessens“ an den Veranstaltungsorten Kankelau, Büchen, Lauenburg, Mölln, Berkenthin und Ratzeburg Station machen Station (siehe Veranstaltungskalender). In enger Zusammenarbeit richten das Kompetenzzentrum Demenz, die Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein, die Gemeinschaft Pflegeberatung im Kreis Herzogtum Lauenburg und die Koordinierungsstelle Demenz ein rundum gelungenes Programm aus.

Barbara Hergert, die sich schon seit Jahren als Leiterin der Koordinierungsstelle Demenz für das Thema im Kreis Herzogtum Lauenburg engagiert, wünscht sich für die Veranstaltung: „Wir haben mit unserem Engagement an den sechs Veranstaltungsorten die Chance, viele Bürger offen anzusprechen und für das Thema zu sensibilisieren: seien es beruflich Pflegende, Ehrenamtler, Angehörige oder an Demenz erkrankte Menschen.“. Nach wochenlanger intensiver Arbeit ist es mit Hilfe zahlreicher Kooperationspartner und Unterstützer gelungen, ein buntes Programm für Jung und Alt auf die Beine zu stellen, das für Betroffene und ihre Angehörigen Aufklärung, Informationen, Gespräche und viele Aktionen bereit hält. Barbara Hergert: „Ich hoffe, dass die Aktivitäten aller Mitwirkenden durch tolle Besucherzahlen belohnt werden. Das haben alle Akteure an den sechs Veranstaltungsorten wirklich verdient.“ Auch Michael Stark, 1. Vorsitzender der Gemeinschaft Pflegeberatung im Kreis Herzogtum Lauenburg, welche Träger der Koordinierungsstelle Demenz ist, hofft auf eine gute Resonanz. Die Zahl der Menschen, die an Demenz erkranken, wächst in Deutschland jährlich. „Im Kreis Herzogtum Lauenburg sind davon rund 4.200 Menschen betroffen“, weiß Michael Stark.

Kunst-Bus lässt Orientierung verlieren

Die völlige Verunsicherung eines Menschen, der von Demenz betroffen ist, der sich nicht mehr einfinden kann in seiner sonst so vertrauten Welt, kann bei der Veranstaltung „Reise des Vergessens“ an den sechs Ausrichtungsorten erlebt werden. Dem Kompetenzzentrum Demenz der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein ist es gelungen, die Mainzer Künstlerin Cornelia Rößler für eine außergewöhnliche Annäherung an das Thema zu gewinnen. Eine für diese Veranstaltungsreihe konzipierte Kunstinstallation in einem Linienbus macht neugierig, verwundert und irritiert.

Was passiert, wenn ich meine gewohnte Orientierung verliere? Wie geht es anderen Menschen damit? Der umgerüstete Linienbus entführt in eine Welt, in der nichts mehr so ist, wie man glaubt zu wissen. „Da die Businstallation mit den Gefühlen der Ungewissheit und Verwirrung arbeitet, möchte ich gar nicht so viel über die das Kunstwerk selbst preisgeben“, sagt die Künstlerin Cornelia Rößler, die auch in ihren Gesprächen sehr viel Feingefühlt erkennen lässt. „Am besten vorbeikommen und überraschen lassen.“

Peter Gaymann-Ausstellung im Kreishaus in Ratzeburg

Humor und Demenz, passt das zusammen? Ja, meint die Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein. Deshalb hat sie 25 Zeichnungen von Peter Gaymann erworben, der zu den erfolgreichsten und beliebtesten Cartoonisten in Deutschland gehört. Die Bilder der Wanderausstellung, die an verschiedensten Orten in Schleswig-Holstein zu sehen sein wird, hängen vom 15. bis 25. September im Kreishaus Herzogtum Lauenburg in Ratzeburg. „Für uns ein tolles Highlight in der Woche der Demenz“, freut sich Barbara Hergert von der Koordinierungsstelle Demenz im Herzogtum Lauenburg.
„Mit der Aktion „Demensch – Alltagssituationen mit Demenz“ widmet sich Peter Gaymann mit Fingerspitzengefühl dem Thema Demenz. „Ich mache nie lächerlich. Humor hilft, locker zu lassen, zu entspannen und über sich selbst zu lachen. Das kann sogar heilen“, sagt der Künstler.
Ausstellungs-Zeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 8.00-12.00 Uhr + 14.00-16.00 Uhr, Freitag 8.00-12.00 Uhr